Die internen Sensibilisierungsmaßnahmen der Berliner Polizei zur Reduzierung der Unfälle mit Einsatzfahrzeugen zeigen erste Erfolge. Während im Jahr 2004 noch 209 Verkehrsunfälle bei Fahrten mit Blaulicht und Martinshorn registriert werden mussten, sank die Zahl im Jahr 2005 bereits auf 78 Unfälle. Nochmals weniger, nämlich 75 Unfälle, wurden für das Jahr 2006 erfasst.
Hinter dieser positiven Tendenz stehen umfangreiche Bemühungen der Behörde. Eine hierzu eingerichtete Projektgruppe hatte bis September 2004 Handlungsempfehlungen erarbeitet, die seitdem nach und nach umgesetzt werden. Im Rahmen einer Aufklärungskampagne unter dem Motto „Aktion: Sicher zum Einsatz!“ wurden auf allen Dienststellen Plakate aufgehängt, die mit einprägsamen Aussagen wie „Täter haben viel Zeit, wenn du nicht ankommst!“ auf die besondere Problematik von Einsatzfahrten mit Sondersignalen hinwiesen. Fahrkurse wurden weiter verbessert, ein besonderes Training für Fahrten mit Blaulicht und Martinshorn eingerichtet. Vorgesetzte sind angehalten, Unfälle mit Polizeibeteiligung regelmäßig mit ihren Mitarbeitern auszuwerten und sie auf ihre Pflichten als Fahrer von Dienstfahrzeugen hinzuweisen. Auch Gefährdungsmomente ohne Schadensfolge bleiben nicht unberücksichtigt. Auffällig werden diese bei der Auswertung von Fotos der im Stadtgebiet installierten Rotlichtkameras. Zeigen diese Aufnahmen zum Beispiel Einsatzfahrzeuge, die mit hoher Geschwindigkeit in eine verkehrsreiche Kreuzung bei Rotlicht einfahren, dann wird dieses Bildmaterial den zuständigen Direktionen mit der Bitte übersandt, dies auszuwerten und ggf. dienstrechtliche Maßnahmen einzuleiten.
Um Schadensfälle mit Dienstfahrzeugen besser erfassen zu können, erstellte die Polizei eine neue Datenbank, mit der die Entwicklung der Schadenshäufigkeit an und mit Dienstfahrzeugen besser gemeldet, erfasst, analysiert und bewertet werden kann. Bisher fand die Erfassung von Hand statt. Das Hauptziel ist es, durch gezielte Analyse den Unterstützungsbedarf der Fahrer zu ermitteln. Die erhobenen Daten können später aufbereitet werden, um zum Beispiel erkennen zu können, welche Fahrzeuge häufig in Schadensfälle verwickelt sind oder welche Ursache letztlich zu einem Unfall geführt hat. Damit sollen die Unfallzahlen weiter gesenkt werden.
Quelle: PM PP Berlin vom 07.06.2007
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